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Corigliano
Zur Geschichte
von Corigliano
In den Jahren
650 bis 900 n. Chr. treffen in Kalabrien zahlreiche Mönche griechisch-byzantinischer
Kultur ein. Zusammengeschlossen in kleinen Gruppen oder als Eremiten
leben sie zuerst in Grotten, später errichten sie Klöster
und Kirchen. Eines dieser Klöster wurde in der Nähe von
Cantinella (Sibari-Ebene) erbaut; an diesem Ort stehen heute
noch eindrucksvolle Reste des "Schlosses", das 1515 von
den Sanseverino erbaut wurde. Dank der aktiven Tätigkeit
der Mönche im Umkreis des Klosters S. Mauro entwickelt
sich bald eine vitale landwirtschaftliche Ansiedlung.
Castello Ducale in Corigliano

Im Jahr 977 zwingt ein grausamer Überfall der Araber unter Emir Al Gasim - von Sizilien her kommend - die Bewohner von S. Mauro, auf den umliegenden Hügeln Zuflucht zu suchen. Ein Teil von ihnen erreicht Corellianum (oder Landgut Corellio), eine bescheidene Siedlung auf einem Hügel, genannt Serratore. Damit entsteht Corigliano als künftiges städtisches Zentrum.
Als die Normannen um 1060 Kalabrien vollständig erobert hatten, ließ der Normannenkönig Robert Guiscard im Jahr 1073 in Corigliano ein Schloss bauen.
Im 13. Jahrhundert nimmt Corigliano jüdische Zuwanderer auf. Franziskaner lassen sich nieder. Im Jahr 1276 zählt die Stadt 2700 Einwohner, im Jahr 1532 dann 4000 Einwohner.
Die Lehenszeit beginnt für Corigliano 1192 mit Ruggero Sanseverino. 1616 übernehmen die Brüder Saluzzo aus Genua das Lehen von den überschuldeten Sanseverino. Im Jahr 1538 wird Corigliano von dem Piraten Barbarossa angegriffen und belagert, hält aber stand. 1647 erreicht ein von Neapel ausgehender Volksaufstand mit Rückendeckung durch die Franzosen auch Corigliano. Die Treue der Familie Saluzzo zum spanischen Königshaus bewirkt, dass sich die Saluzzo künftig Duca, also Herzog nennen dürfen. 1822 verliert die durch die französischen Reformen geschwächte Familie Saluzzo ihren Besitz an die ursprünglich aus Longobucco stammende Familie Compagna.
Nach der Trockenlegung der Sibari-Ebene und der Ausrottung der Malaria kommt es zu einer intensiven Bewirtschaftung der Ebene und zu zunehmender Besiedlung der Gegend.
(Nach CORIGLIANO, Guida Illustrata, Texte von Enzo Cumino und Enzo Viteritti, deutsche Übersetzung von Doris G. Finke, Corigliano 1992, 1. Auflage, S. 85 - 87)
Strand-Tipp
Verlässt man die Staatsstraße 106 Richtung Laghi di Sibari bzw. Archäologisches Museum Sibari, so kommt man an einen weiten Sandstrand, wenn man beim Museum das Sträßchen links abbiegt.