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Migration und Seelsorge

 

Besuch in der Kirche "San Pio da Pietrelcina" in Giovanni Rotondo

Thomas Raiser, April 2006

Was zieht einen nach San Giovanni Rotondo, im Vorgebirge des Gargano? Das Phänomen Padre Pio, der Mann, der für Millionen italienischer Katholiken der Inbegriff von Väterlichkeit und Güte ist, mit einer einfachen traditionellen Frömmigkeit.

Ich verlasse in Foggia den Zug Milano - Bari. Der Bahnhof besitzt keine Gepäckaufbewahrung; es gibt aber eine inoffizielle; man erfährt sie in der Bar KIWI gegenüber dem Bahnhof, wo man auch Fahrkarten für die Busse von erhält. Ein Pensionär betreibt in seinem Hausflur eine Aufbewahrung - inkl. Fahrräder - und erwartet dafür 5 Euro pro größeres Stück.

Die Busse fahren nahezu stündlich vom Bahnhofsvorplatz in Foggia nach San Giovanni Rotondo und brauchen ca 1 Stunde. Die Endhaltestelle ist unmittelbar unterhalb des "Heiligen Bezirks" mit den drei Kirchen (das alte Kirchlein Santa Maria delle Grazie, die größere Kirche S. Maria delle Grazie und die neue Wallfahrtskirche San Pio da Pietrelcina) und den zahlreichen Krankenhäusern. Die Präsenz der großen Kliniken zeigt deutlich, dass Padre Pio die Versorgung der Kranken und Hilfsbedürftigen ein großes Anliegen war. Dies wiegt um so schwerer, als auch noch heute viele Süditaliener für Behandlungen und Operationen lieber in die Kliniken Norditaliens gehen als in die Hospitäler in der südlichen Heimat.

Um den Busbahnhof gruppieren sich zahlreiche Andenkenläden, sicher mit vielem, über das sich geschmacklich streiten lässt, und doch insgesamt in einem gemäßigten Rahmen. Es ist spürbar, dass die Gemeinschaft der Kapuziner die Hand über die Wallfahrt hält und auch dafür sorgt, dass der Wallfahrtstrubel seine spirituelle Mitte behält. Es gibt beispielsweise ein eigenes Begegnungszentrum für die Mitglieder der unzähligen Gebetsgruppen,. die sich nach Padre Pio benennen und die auch in den italienischen Gemeinden in Deutschland sehr verbreitet sind.

Am Eckpunkt des alten Klosters hin zum neuen Kirchplatz befindet sich das Pilgerempfangszentrum, wo man grundlegende Information erhält sowie Hinweise im Bedarfsfall, und das in der Regel mehrsprachig. Hier ist auch der Führer der Kirche des Hl. Pio von Pietrelcina in deutscher Sprache erhältlich; dieses 72seitige Heft in Farbe beschreibt ausführlich Entstehung und Bedeutung der neuen Wallfahrtskirche.

Die Weite des Kirchplatzes vor der neuen Wallfahrtskirche strahlt eine erhebende Ruhe aus. Das glasklare Wasser, das an der Seite des Platzes von Stufe zu Stufe sprudelt, ist wirklich ein kleines Wunder. Die Olivenbäume, die in den Vorplatz integriert sind, geben dem Platz den Eindruck von Wärme und Bodenständigkeit.

Der Kirchenbau selber nimmt durch sein Raumerlebnis gefangen. Das Taufbecken, an der Talseite der Kirche vor dem dortigen Eingang gelegen, deutet darauf hin, dass die Taufe die Tür zur Gemeinschaft der Kirche bedeutet.

Die moderne Wallfahrtskirche schafft wirklich eine architektonische und geistige Brücke für alle, die zunächst mit der einfachen Frömmigkeit des Padre Pio und seiner VerehrerInnen wenig anfangen können. Sie schlägt mit ihren gewaltigen Steinbögen aus massiven Steinen im wahren Sinn des Wortes den Bogen zu einer Erfahrung von Leben, die mehr ist als das, was sich unmittelbar begreifen und kaufen lässt.

Die neuen Ansichtskarten, grafisch ansprechend gestaltet, spiegeln diese Synthese wieder: Sie zeigen eine Ansicht der neuen Kirche - im Ganzen oder im Detail - mit einer schwarz-weiß-Darstellung von Padre Pio sowie einem Wort von Padre Pio. So sind zum Beispiel die Kaskaden am neuen Kirchplatz abgebildet mit dem Wort "Erhalte dir einen Geist heiliger Fröhlichkeit!".

Busverbindungen sitabus

Kloster der Kapuziner - Minderbrüder Santa Maria delle Grazie>
71013 S. Giovanni Rotondo - Foggia - Italien
Tel. (0039)0882.417500 Fax 0882.417.555
e-mail: accoglienzapellegrini@padrepio.it

 

 

 

 
Kirchplatz und rechter Teil des Vorplatzes mit den Olivenbäumen

 

   

Talseite der Wallfahrtskirche

Die Bögen im Innern der Kirche